Mein Weg zum Jungfraumarathon 2017

Nach fast dreimonatiger Trainingspause aufgrund von Verletzungen und Ferien hab ich heute wieder mit dem Training begonnen. Mein grosses Ziel dieses Jahr ist der Jungfrau-Marathon am 9. September 2017.

Ich hab mir lange überlegt, wie ich die Vorbereitung gestalten will. Da ich für den Jungfraumarathon nur ein Ziel habe, nämlich zu finishen, hab ich mir bei myAsics einen Trainingsplan erstellt. Der beinhaltet 65 Trainingseinheiten mit total 756 km.

Was mir jetzt noch fehlt ist ein Trainingsplan für die Kräftigungsübungen, die ich bis jetzt viel zu oft einfach ignoriert habe. Hier hab ich wohl den grössten Kampf gegen meinen inneren Schweinehund! ich hab mir schon ein paar Apps für Bodyweighttrainings angeschaut und werde dann hier berichten, ob und welche mir hilf meinen innerern Schweinehund zu bezwingen 🙂

Heute hab ich die erste Einheit über 5km gemacht. Nach meiner langen Pause war das schon ein wenig anstrengend am Anfang (hab ja auch 3kg zugenommen) aber am Ende war ich trotzdem sehr zufrieden und freue mich auf die weiteren Trainings.

Geplante Läufe 2017

  • Altstadt GP Bern
  • Derendinger Abendlauf
  • Emmenlauf
  • Jungfraumarathon

GP Bern in 1:38:30

Ich habs geschafft! In einer mir nie vorstellbaren Zeit von 1:38:30 hab ich den GP gefinisht.

Der ganze Tag war ein dauerndes auf und ab der Gefühle. Zuerst starteten meine beiden Töchter am Bären GP (Loa und Nina) und dann meine Frau am Altstadt GP (Andrea). Zwischen den Rennen immer wieder warten und warten. Dann musste ich ran. Ich war ziemlich entspannt bis ich in den Startblock ging. Die Nervosität legte sich aber schnell, weil ich musste ja noch all die Gadgets bereit machen (TomTom Uhr und Runtastic auf dem iPhone). Kaum fertig damit fiel schon der Startschuss. Also los ins Abenteuer GP Bern.

Die ersten paar Meter bis zur Schönburg waren noch sehr entspannt weil ich mich voll auf mein Knie konzentrierte und mitten in all den Leuten konnte ich gar nicht schneller laufen. Dann schon die erste mentale Prüfung, der Aargauerstalden. Gemütlich gings runter bis zum Bäregrabe. Beim hinunterlaufen merkte ich erstmals, dass ich von vielen Läufern überholt wurde. Macht nichts dachte ich mir, ich lass mich von euch nicht zu einem schnelleren Tempo hinreissen. Aber ich wusste ja gar nicht wie schnell ich bin. Also erster Blick auf die Uhr: 6:19! Ups, ich wollte ja die ersten 6km mit einem 7er Schnitt laufen. Aber mit gings sehr gut und ich dachte, dass ich eigentlich noch etwas schneller hätte laufen können in dem Moment, aber ich tat es nicht und blieb bei meinem Tempo.

So, jetzt Altstadt rauf. Meine Güte hat das viele Leute! Ich war richtig verwirrt, konnte mich nicht auf meinen Lauf konzentrieren und kam total aus dem Rythmus. Da gabs jetzt nur eins für mich. Lautstärke rauf und volle Pulle Kraftklub. Da ich meistens ihre Lieder höre beim Laufen, war ich sofort wieder im Rhythmus und konnte langsam anfange die Kulisse zu geniessen. Und zuoberst beim Zytglogge steht Viola und macht Foto:

GP Bern 2016 beim Zytglogge
GP Bern 2016 beim Zytglogge

Weiter gehts die Rathaus-, Postgasse und Nydeggstalden runter in die Matte. Das erste Mal ein wenig ruhiger und mehr Platz. Also das Tempo ein wenig steigern, aber immer noch so, dass ich mir wohl fühle. Das ist dann so um die 6m/kmh. Nach der Dalmazibrücke hole ich schon ein paar Leute ein, die mich am Aargauerstalden überholt haben.

Richtung Dälhölzliwald die erste richtige Steigung. Immer schön die Kadenz halten und die Arme richtig einsetzten denke ich mir. Geht alles tiptop bis in den Wald hinein. Von da an wirds mühsam. Es ist wieder eng, durch den Regen auch recht matschig und ich muss mich extrem konzentrieren wo ich mit den Füssen aufsetzte und dass ich nicht in jemanden hineinrenne. Als ich beim Seilpark aus dem Wald komme bin ich ziemlich erleichtert, dass ich das gut überstanden habe.

Kirchenfeld- und Jubiläumsstrasse runter, easy, läuft gut. Weiter über die Monbijoubrücke… ups, was ist denn das, jetzt? Erste Krämpfe/Schmerzen im linken Fuss? Kann doch nicht sein, mein Schwachpunkt ist doch das rechte Bein denke ich und versuche mal das ganze zu ignorieren. Nach der Brücke links ins Quartier und dort stehen ein paar Kinder und verteilen Traubenzucker! Weltklasse Aktion der Kids! Hab eins genommen und fühlte mich gleich wie Asterix nach einem Schluck Zaubertrank, na ja fast…

Sulgeneckstrasse rauf zum Bundeshaus. Ich wusste, wenn ich die schaffe, dann schaffe ich alles. Also wieder wie bei der ersten Steigung bei der Jubiläumsstrasse, Kadenz halten, mit den Armen arbeiten. Oben über den Bundesplatz und runter zum Münster. Da rächte sich jetzt, dass ich nie ein Training auf der kompletten Strecke absolviert habe. Die beiden Linkskurven vor dem Münster bin ich viel zu eng angelaufen und musste ziemlich viel Tempo rausnehmen. Die laufe ich beim nächsten Mal viel mehr von rechts aussen an.

Altstadt runter und schon wieder rächte es sich, diesmal ist es die Bodenbeschaffenheit. Dieses Kopfsteinpflaster war am Anfang des Rennens kein Problem, aber jetzt mit der Müdigkeit der Beine ist das verdammt anstrengend. Die Füsse müssen extrem viel mehr arbeiten. Ich lief so lange wie möglich auf dem Stadbachgitter, aber da es immer wieder mal regnete, war ich nicht sicher wie rutschig das ist. Glücklicherweise war es das nicht und so konnte ich mich auf der Nydeggbrücke auf den Heart-Break-Hill, den Aargauerstalden vorbereiten.

Also den ziehst du jetzt auch noch durch und pflückst dir ein paar andere Läufer, dachte ich mir und habs dann auch gemacht! Ok, es gab auch ein, zwei die mich überholten aber oben am Aargauerstalden hatte ich eine positive +/- Bilanz 😉 (da merkt man den Hockeyspieler in mir). Und natürlich meine drei Frauen, die mitten im Aargauerstalden standen gaben mir einen zusätzlichen Motivationskick, merci viu mau!

Der Rest vom Rosengarten ins Ziel war nur noch zum geniessen. Sicherlich hätte ich da noch ein paar Sekunden rausholen können, aber hei, ich habs geschafft war mein erster Gedanken, als ich beim Kreisel in die Zielgerade einbog und zweitens sagte mir meine Uhr, dass ich es jetzt locker unter 1:40, meinem ersten Ziel, das ich mal hatte, schaffe. Also dachte ich mir, Ädu, das musst du jetzt einfach nur noch geniessen, das ist dein Lohn für die vielen, vielen Trainingsstunden. Und so wars, einfach super!

Dann Medaille, Banane, Isostar, Wasser… wo sind meine Frauen? Raus aus dem Zielgelände und schon waren auch sie da. Dann ab ins Festzelt und Bier und gute Gespräche mit Freunden und Bekannten.

Danke an alle, wirklich alle, die mich in den letzten Wochen und Monaten unterstützt haben, danke an meine drei Frauen, ihr wart super dort am Aargauerstalden! Danke an Wänger, Nicole und den Rest des Ochsner Running Teams, ihr seit Spitze. Danke an all die Zuschauer an der Strecke, den Steelbands, Trommlern und alle anderen die für Stimmung gesorgt haben, speziell die Traubenzucker Kids von der Bürenstrasse! Danke auch an all meine Facebook-Friends, auch das war und ist eine tolle Motivation, wenn man solches Feedback erhält.

Und wie geht’s nun weiter, mein Laufabenteuer? Keine Ahnung, aber weiter geht’s sicher…

 

GP Bern noch 72 Tage

Die Skisaison neigt sich zu Ende und die aktive Eishockeysaison endet für mich schon diese Wochenende. Also höchste Zeit, die Vorbereitung auf den GP anzugehen.

Es ist wie mit allem, das man neu beginnt. Jeden den man um Rat fragt, hat einen heissen Tip, weiss ganz genau, was man tun und was nicht soll, damit man das gewünschte Ziel erreicht. Dummerweise können die gleichen Tips, je nach dem wer es gesagt hat, etwas sehr gutes oder etwas dass man unbedingt lassen soll sein.

Wie meistens in solchen Situationen, verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl und probiere gerne mal was aus. Damit ich mich aber an etwas orientieren kann, habe ich mir einen Trainingsplan gesucht und bei MY ASICS wurde ich auch schnell fündig. Mit wenigen Klicks habe ich mir so mein «10 Meilen Wettkampf-Trainingsprogramm» zusammengestellt.

Natürlich erwarte ich nicht, dass ich den GP in 1:35:24 laufe (die Höhenmeter wurden beim Trainingsprogramm nicht berücksichtigt!) aber mein gestecktes Ziel von 1:40:00 möchte ich schon erreichen. Der Trainingsplan soll mir eine Orientierung geben über die Häufigkeit und ungefähre Intensität der Trainings. Und dank der praktischen Kalenderexport-Funktion und den Remindermails am Vortag, weiss auch der innere Schweinehund frühzeitig was ihn erwartet.

Countdown bis GP BERN 2016

(14. Mai 2016 Start 16:00h)