Luzern City Halbmarathon 1:58:32

Der letzte Lauf der Saison stand am Sonntag 30.10. an. Am frühen Morgen um 05:33 Uhr startet die Reise am Bahnhof Schönbühl bei relativ kalter Witterung. Ich hab vorsorglich diverse Kleidungsstücke eingepackt und wollte mich dann vor Ort entscheiden, mit welcher Bekleidung ich das Rennen starte.

Der Zug in Bern war schon gut gefüllt mit Läuferinnen und Läufern und nach einer knappen Stunden fahrt kam ich um 07:00 Uhr in Luzern an. Vom Bahnhof zum Verkehrshaus gibt es einen Schiffstranfer auf dem ich Hugo, Lorenz und Matthias, die ich von der Arbeit kenne.

Gemeinsam gingen wir dann die Startnummern abholen im Verkershaus. Die Organisation war top, alles klappte wie am Schnürchen. Danach gings zu den Garderoben, die ein paar hundert Meter vom Verkehrshaus entfernt sind. Die Platzverhältnisse ein den Garderoben sind eher knapp, aber immer noch ausreichend. Wertsachen abgeben, umziehen (hab mich mir langen Hosen und ein langes Laufshirt unter dem kurzen Shirt entschieden) und los zum Start. Matthias hat sich schon nach der Startnummerausgabe verabschiedet, er hat noch einen anderen Kollegen getroffen. So ging ich mit Hugo und Lorenz (der seinen ersten Marathon in unglaublichen 3:02.04,4 lief!!) Richtung start. Die beiden starteten um 09:02 im zweiten Block. Da ich aufgrund der kühlen Temperaturen noch warten wollte mit aufwärmen um mich dann nicht wieder auszukühlen, wünschte ich den beiden einen guten Lauf und verabschiedete mich und lief alleine Richtung Startgelände.

Kurz vor meinem Start hab ich dann ein paar Dehnungsübungen gemacht und fühlte mich sehr gut. Nervös war ich nicht so sehr, hab ich mich doch dieses Mal besser auf den Lauf vorbereitet als beim letzten Mal beim Swiss Marathon Light. Diese Mal habe ich das Streckenprofil genau studiert und mir war bewusst, was mich erwartet. Auch habe ich lange mit einem Kollegen über den Lauf gesprochen, der ihn letztes Jahr absolviert hat. Um 09:18 Uhr gings los.  Die ersten Kilometer bis zum ersten Anstieg kurz vor km 4 bin ich zwischen 5:50 und 6:04 gelaufen. Dieses Tempo konnte ich dann auch auf den Steigungen halten.

Doch dann ab km 6 setzten Magenkrämpfe ein. Woher die kamen kann ich mir bis heute nicht erklären. Ich habe nichts gegessen oder getrunken, dass ich nicht vertragen würde. Ich versuchte die Schmerzen so gut wie es geht zu ignorieren und mein Tempo zumindest zu halten, was mir auch gelang. Irgendwo zwischen km 15 und km 16 verschwanden die Beschwerden so schnell wie sie gekommen sind. Und ich konnte das Tempo steigern. Nach 1:58:32 finishte ich meinen zweite Halbmarathon. Ohne Magenkrämpfe wäre wohl noch eine bessere Zeit möglich gewesen, aber mein grosses Ziel unter 2 Stunden ins Ziel zu laufen habe ich geschafft.

Im Ziel angekommen, Selfie machen, Isostar Flasche aus den Händen von Victor entgegen nehmen, Medaille um Hals gehängt bekommen und ab zurück zur Garderobe. Duschen, umziehen und zurück zum Zielgelände noch ein Bier trinken und ab nach Hause.

Der SwissCityMarathon, so der offizielle Name, hat definitiv Wiederholungspotential. Die Strecke ist wunderschön und sehr abwechslungsreich. Man läuft durch die Stadt Luzern, hinaus aufs Land, durch Einfamilienhäuser- und Villenquartiere, durch Schrebergärten, Fusballstadion, durchs KKL, die Altstadt von Luzern und das Ziel ist im Verkehrshaus. An der ganzen Strecke hat es viele Zuschauer die einem unterstützten und alles ist top Organisiert.

Luzern City Halbmarathon 2016
Luzern City Halbmarathon 2016

Switzerland Marathon Light in 1:56:36

Mein erster Halbmarathon ist geschafft. In 1:56:36 ein Mal um den Sarnensee.

 

Switzerland Marathon Light 2016

Das Rennen lief durchwegs besser als ich mir gedacht habe. Ich konnte von Anfang an eine Pace um die 5:30 laufen und hatte nur zwei Mal einen kleinen Hänger. Bei km 12 musste ich unbedingt einen Pinkelhalt einlegen und die lange Steigung bei km 17 kam ziemlich überraschend. Ich muss also herausfinden, wie viel ich vor dem Rennen trinken kann ohne dass ich unterwegs anhalte muss und muss unbedingt die Strecke besser studieren vor dem Rennen.

 

Zieleinlauf Switzerland Marathon Light 2016
Zieleinlauf Switzerland Marathon Light 2016

Im Ziel habe ich dann meinen Ochsner Sport Running Team Coach Wänger getroffen, der mit einem Teil seines Teams die 10km Strecke gelaufen ist. Bei 1-2 kühlen Büchsen Erdinger Weissbier (alkoholfrei!) haben wir dann auf den Tag angestossen.

Der ganze Anlass war eine super Erfahrung. Das ganze war super Organisiert und trotz den vielen Teilnehmern recht überschaulich. Ochsner Sport hat dieses Jahr alle Teilnehmer eines Ochsner Running Teams zu diesem Anlass eingeladen und die ehemaligen Teilnehmer konnten zum halben Preis starten und erhielten erst noch einen Essens und Getränkegutschein. Danke nochmals dafür.

Meine Asics haben nun mit dem Halbmarathon die 800km Marke erreicht und werden nun langsam in den Ruhestand entlassen. Ochsner Sport Lyssach, ich komme…

 

Video bei irewind

 

PS: Sch%/&ç jetzt hab ich tatsächlich diesen Beitrag erst am 22. September publiziert. Ich habe den am 5.9.2016 geschrieben, aber irgendwie hab ich den nicht publiziert, sondern nur gespeichert. Tschuldigung.

GP Bern in 1:38:30

Ich habs geschafft! In einer mir nie vorstellbaren Zeit von 1:38:30 hab ich den GP gefinisht.

Der ganze Tag war ein dauerndes auf und ab der Gefühle. Zuerst starteten meine beiden Töchter am Bären GP (Loa und Nina) und dann meine Frau am Altstadt GP (Andrea). Zwischen den Rennen immer wieder warten und warten. Dann musste ich ran. Ich war ziemlich entspannt bis ich in den Startblock ging. Die Nervosität legte sich aber schnell, weil ich musste ja noch all die Gadgets bereit machen (TomTom Uhr und Runtastic auf dem iPhone). Kaum fertig damit fiel schon der Startschuss. Also los ins Abenteuer GP Bern.

Die ersten paar Meter bis zur Schönburg waren noch sehr entspannt weil ich mich voll auf mein Knie konzentrierte und mitten in all den Leuten konnte ich gar nicht schneller laufen. Dann schon die erste mentale Prüfung, der Aargauerstalden. Gemütlich gings runter bis zum Bäregrabe. Beim hinunterlaufen merkte ich erstmals, dass ich von vielen Läufern überholt wurde. Macht nichts dachte ich mir, ich lass mich von euch nicht zu einem schnelleren Tempo hinreissen. Aber ich wusste ja gar nicht wie schnell ich bin. Also erster Blick auf die Uhr: 6:19! Ups, ich wollte ja die ersten 6km mit einem 7er Schnitt laufen. Aber mit gings sehr gut und ich dachte, dass ich eigentlich noch etwas schneller hätte laufen können in dem Moment, aber ich tat es nicht und blieb bei meinem Tempo.

So, jetzt Altstadt rauf. Meine Güte hat das viele Leute! Ich war richtig verwirrt, konnte mich nicht auf meinen Lauf konzentrieren und kam total aus dem Rythmus. Da gabs jetzt nur eins für mich. Lautstärke rauf und volle Pulle Kraftklub. Da ich meistens ihre Lieder höre beim Laufen, war ich sofort wieder im Rhythmus und konnte langsam anfange die Kulisse zu geniessen. Und zuoberst beim Zytglogge steht Viola und macht Foto:

GP Bern 2016 beim Zytglogge
GP Bern 2016 beim Zytglogge

Weiter gehts die Rathaus-, Postgasse und Nydeggstalden runter in die Matte. Das erste Mal ein wenig ruhiger und mehr Platz. Also das Tempo ein wenig steigern, aber immer noch so, dass ich mir wohl fühle. Das ist dann so um die 6m/kmh. Nach der Dalmazibrücke hole ich schon ein paar Leute ein, die mich am Aargauerstalden überholt haben.

Richtung Dälhölzliwald die erste richtige Steigung. Immer schön die Kadenz halten und die Arme richtig einsetzten denke ich mir. Geht alles tiptop bis in den Wald hinein. Von da an wirds mühsam. Es ist wieder eng, durch den Regen auch recht matschig und ich muss mich extrem konzentrieren wo ich mit den Füssen aufsetzte und dass ich nicht in jemanden hineinrenne. Als ich beim Seilpark aus dem Wald komme bin ich ziemlich erleichtert, dass ich das gut überstanden habe.

Kirchenfeld- und Jubiläumsstrasse runter, easy, läuft gut. Weiter über die Monbijoubrücke… ups, was ist denn das, jetzt? Erste Krämpfe/Schmerzen im linken Fuss? Kann doch nicht sein, mein Schwachpunkt ist doch das rechte Bein denke ich und versuche mal das ganze zu ignorieren. Nach der Brücke links ins Quartier und dort stehen ein paar Kinder und verteilen Traubenzucker! Weltklasse Aktion der Kids! Hab eins genommen und fühlte mich gleich wie Asterix nach einem Schluck Zaubertrank, na ja fast…

Sulgeneckstrasse rauf zum Bundeshaus. Ich wusste, wenn ich die schaffe, dann schaffe ich alles. Also wieder wie bei der ersten Steigung bei der Jubiläumsstrasse, Kadenz halten, mit den Armen arbeiten. Oben über den Bundesplatz und runter zum Münster. Da rächte sich jetzt, dass ich nie ein Training auf der kompletten Strecke absolviert habe. Die beiden Linkskurven vor dem Münster bin ich viel zu eng angelaufen und musste ziemlich viel Tempo rausnehmen. Die laufe ich beim nächsten Mal viel mehr von rechts aussen an.

Altstadt runter und schon wieder rächte es sich, diesmal ist es die Bodenbeschaffenheit. Dieses Kopfsteinpflaster war am Anfang des Rennens kein Problem, aber jetzt mit der Müdigkeit der Beine ist das verdammt anstrengend. Die Füsse müssen extrem viel mehr arbeiten. Ich lief so lange wie möglich auf dem Stadbachgitter, aber da es immer wieder mal regnete, war ich nicht sicher wie rutschig das ist. Glücklicherweise war es das nicht und so konnte ich mich auf der Nydeggbrücke auf den Heart-Break-Hill, den Aargauerstalden vorbereiten.

Also den ziehst du jetzt auch noch durch und pflückst dir ein paar andere Läufer, dachte ich mir und habs dann auch gemacht! Ok, es gab auch ein, zwei die mich überholten aber oben am Aargauerstalden hatte ich eine positive +/- Bilanz 😉 (da merkt man den Hockeyspieler in mir). Und natürlich meine drei Frauen, die mitten im Aargauerstalden standen gaben mir einen zusätzlichen Motivationskick, merci viu mau!

Der Rest vom Rosengarten ins Ziel war nur noch zum geniessen. Sicherlich hätte ich da noch ein paar Sekunden rausholen können, aber hei, ich habs geschafft war mein erster Gedanken, als ich beim Kreisel in die Zielgerade einbog und zweitens sagte mir meine Uhr, dass ich es jetzt locker unter 1:40, meinem ersten Ziel, das ich mal hatte, schaffe. Also dachte ich mir, Ädu, das musst du jetzt einfach nur noch geniessen, das ist dein Lohn für die vielen, vielen Trainingsstunden. Und so wars, einfach super!

Dann Medaille, Banane, Isostar, Wasser… wo sind meine Frauen? Raus aus dem Zielgelände und schon waren auch sie da. Dann ab ins Festzelt und Bier und gute Gespräche mit Freunden und Bekannten.

Danke an alle, wirklich alle, die mich in den letzten Wochen und Monaten unterstützt haben, danke an meine drei Frauen, ihr wart super dort am Aargauerstalden! Danke an Wänger, Nicole und den Rest des Ochsner Running Teams, ihr seit Spitze. Danke an all die Zuschauer an der Strecke, den Steelbands, Trommlern und alle anderen die für Stimmung gesorgt haben, speziell die Traubenzucker Kids von der Bürenstrasse! Danke auch an all meine Facebook-Friends, auch das war und ist eine tolle Motivation, wenn man solches Feedback erhält.

Und wie geht’s nun weiter, mein Laufabenteuer? Keine Ahnung, aber weiter geht’s sicher…

 

Und jetzt?

Nach dem Coaching kam für mich die schwierigste Zeit. Die Sommerferien. Chillen, Grillen, Bierli… …nein, so einfach lass ich mir die neue Fitness nicht nehmen. Also muss ein Plan her. Und der ist ganz einfach. Jeden zweiten Tag wird gejoggt und zwar so viel, damit ich mir die Bierchen auch verdiene. Das hat ziemlich gut funktioniert und so hab ich mich auf dem Campingplatz in Yvonand auf den Emmenlauf vorbereitet, den ich zusammen mit dem Ochsner Running Team laufen wollte. Doch leider konnte ich verletzungsbedingt nicht starten. Ich habe mir wenige Tage vor dem Lauf einen Kapselriss am rechten Zeigefinger zugezogen und die Ärztin hat mir das Joggen für 2 Wochen verboten. MIST!

Alle anderen vom Ochsner Running Team haben den Lauf erfolgreich beendet, super! Kurz nach dem Lauf kam in der WhatsApp-Gruppe des Ochsner Running Teams der Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Und was liegt da für einen Berner näher als der Grand Prix von Bern? Eben, nichts. Sogar unser Coaching Team Nicole und Wänger haben sich bereit erklärt uns weiterhin zu unterstützen. Starten sollte die Vorbereitung ab Januar 2016. Ziel war 2-3 Lauftrainings pro Woche. Da ich noch voll in der Eishockeysaison war, habe ich 2 Lauftrainings und 2 Eishockeytrainings in der Woche absolviert. Wenn ich nicht gerade Krank war oder war in den Skiferien 🙂

 

 

Ochsner Running Team

Aller Anfang ist schwer, nicht aber mit dem Ochsner Running Team.

Das Coaching bestand aus 8 Lektionen, jeweils Montags traff man sich und joggte gemeinsam nach der neuen Lektion . Bis zum nächsten Treffen sollten wir dann mindestens 2 mal die gleichen Trainings durchführen. Jede Woche wurden die Laufstrecken länger und die Gehpausen kürzer. Das Ziel war, dass wir nach 8 Wochen 45 Minuten ohne Pause Joggen konnten.

Als ich am ersten Kurstag das Team kennenlernte war ich sofort begeistert von der Truppe. Alles sehr sympatische Menschen die alle etwa die gleichen Erwartungen hatten, nämlich einfach mal über längere Zeit joggen und so etwas für die Gesundheit machen. Keiner hatte irgendwelche Wettkampfambitionen.

Es ging los mit dem achtwöchigen, für mich nur noch siebenwöchigen Training. Nach fünf Minuten einlaufen und ein paar Aufwärmübungen mussten wir 4×7 Minuten Joggen mit je 2 min. Gehpausen. Mein erster Gedanke: das schaffe ich nie! Aber probieren kann man es ja. Also los. Und siehe da, es ging. Das Tempo war sehr gemächlich, was mich zuerst ein wenig überraschte, den ich dachte immer, Joggen, das muss schnell sein. Aber genau da lag wohl auch mein Fehlverhalten in den vorherigen Joggingversuchen, die ich unternommen hatte.

Das Training war im nu vorbei und die motivation bei mir war riesengross, weil ich tatsächlich diese 4×7 Minuten Joggen konnte. So viel es mir auch nicht schwer, 2-3 Mal in der Woche zu joggen und jeweils am Montag die Gruppentrainings zu besuchen.

Nach 7 Wochen war es dann soweit, ich konnte 45 Min. am Stück Joggen!!!! WOW! Herzlichen Dank liebes Ochsner Running Team.

…und wie es weiterging.

Meine Frau hat letztes Jahr ein beim Ochsner Running Team mitgemacht und innert kürzester Zeit super Fortschritte gemacht und hat auch nach dem Coaching fleissig weiter gemacht mit dem Joggen. Bis sie eine Rückenverletzung im Herbst ausgebremst hat. Das hat mich dann wiederum motiviert, mal mit Joggen zu starten. Also ab in den App-Store und die 5K Runner-App gekauft, neue Laufschuhe gekauft bei Ryffel Running und ab in den Wald… Das ging 2-3 Wochen recht gut, aber dann bekam ich Schienbeibeschwerden und die Eishockeysaison begann und schon war das Interesse wieder weg.

Im Frühling 2015 sah ich dann per Zufall wieder die Ausschreibung des Ochsner Running Teams. Da Eishockey vorbei war und keine sportliche Herausforderung nebst Grillen und Chillen bevorstand, hab ich mich dort beworben. Kurze Zeit später habe ich auch die Zusage erhalten! Leider war der erste Kursabend am 11. Mai, dem 40. Geburtstag meiner Frau und unser 10. Hochzeitstag. Sch%&*…  Aber Coach Wänger hatte vollstes Verständnis, dass ich nicht mitmachen konnte am ersten Abend und so begann ich eine Woche später mit meinem Laufabeteuer.

Fortsetzung folgt…