GP Bern in 1:38:30

Ich habs geschafft! In einer mir nie vorstellbaren Zeit von 1:38:30 hab ich den GP gefinisht.

Der ganze Tag war ein dauerndes auf und ab der Gefühle. Zuerst starteten meine beiden Töchter am Bären GP (Loa und Nina) und dann meine Frau am Altstadt GP (Andrea). Zwischen den Rennen immer wieder warten und warten. Dann musste ich ran. Ich war ziemlich entspannt bis ich in den Startblock ging. Die Nervosität legte sich aber schnell, weil ich musste ja noch all die Gadgets bereit machen (TomTom Uhr und Runtastic auf dem iPhone). Kaum fertig damit fiel schon der Startschuss. Also los ins Abenteuer GP Bern.

Die ersten paar Meter bis zur Schönburg waren noch sehr entspannt weil ich mich voll auf mein Knie konzentrierte und mitten in all den Leuten konnte ich gar nicht schneller laufen. Dann schon die erste mentale Prüfung, der Aargauerstalden. Gemütlich gings runter bis zum Bäregrabe. Beim hinunterlaufen merkte ich erstmals, dass ich von vielen Läufern überholt wurde. Macht nichts dachte ich mir, ich lass mich von euch nicht zu einem schnelleren Tempo hinreissen. Aber ich wusste ja gar nicht wie schnell ich bin. Also erster Blick auf die Uhr: 6:19! Ups, ich wollte ja die ersten 6km mit einem 7er Schnitt laufen. Aber mit gings sehr gut und ich dachte, dass ich eigentlich noch etwas schneller hätte laufen können in dem Moment, aber ich tat es nicht und blieb bei meinem Tempo.

So, jetzt Altstadt rauf. Meine Güte hat das viele Leute! Ich war richtig verwirrt, konnte mich nicht auf meinen Lauf konzentrieren und kam total aus dem Rythmus. Da gabs jetzt nur eins für mich. Lautstärke rauf und volle Pulle Kraftklub. Da ich meistens ihre Lieder höre beim Laufen, war ich sofort wieder im Rhythmus und konnte langsam anfange die Kulisse zu geniessen. Und zuoberst beim Zytglogge steht Viola und macht Foto:

GP Bern 2016 beim Zytglogge
GP Bern 2016 beim Zytglogge

Weiter gehts die Rathaus-, Postgasse und Nydeggstalden runter in die Matte. Das erste Mal ein wenig ruhiger und mehr Platz. Also das Tempo ein wenig steigern, aber immer noch so, dass ich mir wohl fühle. Das ist dann so um die 6m/kmh. Nach der Dalmazibrücke hole ich schon ein paar Leute ein, die mich am Aargauerstalden überholt haben.

Richtung Dälhölzliwald die erste richtige Steigung. Immer schön die Kadenz halten und die Arme richtig einsetzten denke ich mir. Geht alles tiptop bis in den Wald hinein. Von da an wirds mühsam. Es ist wieder eng, durch den Regen auch recht matschig und ich muss mich extrem konzentrieren wo ich mit den Füssen aufsetzte und dass ich nicht in jemanden hineinrenne. Als ich beim Seilpark aus dem Wald komme bin ich ziemlich erleichtert, dass ich das gut überstanden habe.

Kirchenfeld- und Jubiläumsstrasse runter, easy, läuft gut. Weiter über die Monbijoubrücke… ups, was ist denn das, jetzt? Erste Krämpfe/Schmerzen im linken Fuss? Kann doch nicht sein, mein Schwachpunkt ist doch das rechte Bein denke ich und versuche mal das ganze zu ignorieren. Nach der Brücke links ins Quartier und dort stehen ein paar Kinder und verteilen Traubenzucker! Weltklasse Aktion der Kids! Hab eins genommen und fühlte mich gleich wie Asterix nach einem Schluck Zaubertrank, na ja fast…

Sulgeneckstrasse rauf zum Bundeshaus. Ich wusste, wenn ich die schaffe, dann schaffe ich alles. Also wieder wie bei der ersten Steigung bei der Jubiläumsstrasse, Kadenz halten, mit den Armen arbeiten. Oben über den Bundesplatz und runter zum Münster. Da rächte sich jetzt, dass ich nie ein Training auf der kompletten Strecke absolviert habe. Die beiden Linkskurven vor dem Münster bin ich viel zu eng angelaufen und musste ziemlich viel Tempo rausnehmen. Die laufe ich beim nächsten Mal viel mehr von rechts aussen an.

Altstadt runter und schon wieder rächte es sich, diesmal ist es die Bodenbeschaffenheit. Dieses Kopfsteinpflaster war am Anfang des Rennens kein Problem, aber jetzt mit der Müdigkeit der Beine ist das verdammt anstrengend. Die Füsse müssen extrem viel mehr arbeiten. Ich lief so lange wie möglich auf dem Stadbachgitter, aber da es immer wieder mal regnete, war ich nicht sicher wie rutschig das ist. Glücklicherweise war es das nicht und so konnte ich mich auf der Nydeggbrücke auf den Heart-Break-Hill, den Aargauerstalden vorbereiten.

Also den ziehst du jetzt auch noch durch und pflückst dir ein paar andere Läufer, dachte ich mir und habs dann auch gemacht! Ok, es gab auch ein, zwei die mich überholten aber oben am Aargauerstalden hatte ich eine positive +/- Bilanz 😉 (da merkt man den Hockeyspieler in mir). Und natürlich meine drei Frauen, die mitten im Aargauerstalden standen gaben mir einen zusätzlichen Motivationskick, merci viu mau!

Der Rest vom Rosengarten ins Ziel war nur noch zum geniessen. Sicherlich hätte ich da noch ein paar Sekunden rausholen können, aber hei, ich habs geschafft war mein erster Gedanken, als ich beim Kreisel in die Zielgerade einbog und zweitens sagte mir meine Uhr, dass ich es jetzt locker unter 1:40, meinem ersten Ziel, das ich mal hatte, schaffe. Also dachte ich mir, Ädu, das musst du jetzt einfach nur noch geniessen, das ist dein Lohn für die vielen, vielen Trainingsstunden. Und so wars, einfach super!

Dann Medaille, Banane, Isostar, Wasser… wo sind meine Frauen? Raus aus dem Zielgelände und schon waren auch sie da. Dann ab ins Festzelt und Bier und gute Gespräche mit Freunden und Bekannten.

Danke an alle, wirklich alle, die mich in den letzten Wochen und Monaten unterstützt haben, danke an meine drei Frauen, ihr wart super dort am Aargauerstalden! Danke an Wänger, Nicole und den Rest des Ochsner Running Teams, ihr seit Spitze. Danke an all die Zuschauer an der Strecke, den Steelbands, Trommlern und alle anderen die für Stimmung gesorgt haben, speziell die Traubenzucker Kids von der Bürenstrasse! Danke auch an all meine Facebook-Friends, auch das war und ist eine tolle Motivation, wenn man solches Feedback erhält.

Und wie geht’s nun weiter, mein Laufabenteuer? Keine Ahnung, aber weiter geht’s sicher…

 

Noch 48 Stunden!

Nur noch 48 Stunden und dann stehe ich schon am Start des 35. Grand Prix von Bern. Nervös bin ich noch nicht, aber ein wenig angespannt. Seit dem letzten Beitrag am 18. April ist wieder einiges unvorhergesehenes passiert.

Mein Knie hat einen frühmorgendlichen Sprint die Haustreppe hinauf nicht so gut vertragen wie ich erwartet habe. Ich wollte nur schnell zurück in die Wohnung um meine Sonnenbrille zu holen und beim 2. Schritt mit dem rechten Bein spürte ich einen Stich im Knie. Sch*ç%“!!! Meine Gemütslage sank urplötzlich in den Keller und erholte sich nur langsam zwei Tage später, als mir der Arzt eine leichte Überbelastung diagnostizierte, mich mit einer Packung entzündungshemmende Tabletten und einer Tube Sportsalbe ausrüstetet und mir sagte, dass mein Knie bis zum GP wieder fit sei. Aber ich musste mich wieder mal ein paar Tage schonen.

Ich habe dann das Training wieder aufgenommen und habe normal weitertrainiert und bin letzten Samstag 14.8 km in 1:30:44 gelaufen. Super hab ich mir gedacht… …bis am nächsten Morgen. Schon wieder Kniebeschwerden. Dieses Mal kein Stechen sondern das rechte Aussenband. Bei jedem Schritt macht es sich bemerkbar. Aber da ja jetzt die Ruhephase vor dem Wettkampf anbricht, mach ich mir nicht allzu grosse Sorgen. Und die Kraftübungen kann ich auch so machen.

5421 Block 26

Zurück zum GP. Ich starte um 16.44 im Block 26 mit der Startnummer 5421.

Ich bin gespannt, ob ich meine Taktik durchziehen kann. Ich habe mir vorgenommen, die ersten 6.5km mit einem 7er Schnitt zu laufen und mich nicht von anderen Läufern, die mich überholen beeinflussen zu lassen. Dieses Tempo will ich dann auch bis zum Ende des Dälhölzliwald halten, obschon es da das erste Mal steil aufwärts geht. Danach will ich das Tempo steigern, aber immer noch so laufen, dass ich dann unten am Bäregrabe noch genug Kraft habe um auch den Aargauerstalden noch zu „geniessen“.

Aber wenn ich das Ziel unter 2 Stunden erreiche, dann bin ich schon sehr zufrieden mit mir.

Ungewollte Trainingspause

Seit meinem letzten Beitrag ist viel Zeit vergangen, leider aber nicht viele Trainings. Ich musste vom 3. bis 20. März eine Zwangspause einlegen. Starker Husten, eine Verstopfte Nase und Halsschmerzen verhinderten ein Training. Am Montag 21.3. fühlte ich mich dann wieder fit genug für einen kurze Runde im Wald. 5.36km in 34:32, das ist ein Schnitt von 06:26 min/km.

Ich war ganz zufrieden und irgendwie auch ein wenig erstaunt, dass es mir nach 17 Tage Pause relativ gut ging während dem Lauf. Ich hatte überhaupt keine Beschwerden und hätte wohl noch länger laufen können. Aber ich will jetzt nichts riskieren und versuche nun mit kurzen, gemütlichen Läufen, möglichst jeden zweiten Tag, mich wieder langsam an die Dauer und Geschwindigkeit der Läufe vor dem 3. März heranzutasten.

Mein «10 Meilen Wettkampf-Trainingsprogramm» werde ich nun nicht mehr einhalten können. Aber er dient mir nach wie vor als Orientierung und ich werde ihn nun nicht mehr Stur befolgen. Mein Ziel, den GP in 1h40m zu laufen behalte ich aber trotzdem.

Was mich aber in der ganzen Lauflosen Zeit am meisten erstaunt hat, war die Tatsache, dass ich es vermisst habe. Ich hab mich echt genervt, dass ausgerechnet jetzt, wo es mir so gut lief, die Gesundheit mir einen Strich durch die Rechnung machte. Vor einem Jahr hätte ich diesen hartnäckigen Husten als willkommenen Entschuldigung genutzt und mich dann damit entschuldigt, dass ich das eine oder andere Training halt leider nicht absolvieren konnte.

GP Bern noch 72 Tage

Die Skisaison neigt sich zu Ende und die aktive Eishockeysaison endet für mich schon diese Wochenende. Also höchste Zeit, die Vorbereitung auf den GP anzugehen.

Es ist wie mit allem, das man neu beginnt. Jeden den man um Rat fragt, hat einen heissen Tip, weiss ganz genau, was man tun und was nicht soll, damit man das gewünschte Ziel erreicht. Dummerweise können die gleichen Tips, je nach dem wer es gesagt hat, etwas sehr gutes oder etwas dass man unbedingt lassen soll sein.

Wie meistens in solchen Situationen, verlasse ich mich auf mein Bauchgefühl und probiere gerne mal was aus. Damit ich mich aber an etwas orientieren kann, habe ich mir einen Trainingsplan gesucht und bei MY ASICS wurde ich auch schnell fündig. Mit wenigen Klicks habe ich mir so mein «10 Meilen Wettkampf-Trainingsprogramm» zusammengestellt.

Natürlich erwarte ich nicht, dass ich den GP in 1:35:24 laufe (die Höhenmeter wurden beim Trainingsprogramm nicht berücksichtigt!) aber mein gestecktes Ziel von 1:40:00 möchte ich schon erreichen. Der Trainingsplan soll mir eine Orientierung geben über die Häufigkeit und ungefähre Intensität der Trainings. Und dank der praktischen Kalenderexport-Funktion und den Remindermails am Vortag, weiss auch der innere Schweinehund frühzeitig was ihn erwartet.

Countdown bis GP BERN 2016

(14. Mai 2016 Start 16:00h)

GP BERN 2016 – Los geht’s

10. Februar 2016, an diesem Tag habe ich mich für den Grand Prix von Bern angemeldet. Ich habe mir eine Zeit von 1:40 zugetraut. Kurz nachdem ich die Anmeldung abgeschickt hatte, war mir ein wenig unwohl. 10 Meilen (16.093 KM) in 1 Stunde 40 Minuten? Das ist ein Durchschnitt von 6 Minuten 15 Sekunden pro Kilometer. Das schaffe ich im Moment schon, wenn es Flach ist und ich nur 10km laufe. Aber 16km relativ stark coupierte Strecke mit 263 m Steigung und 261 m Gefälle? War das eine gute Idee? Ich war unsicher und dachte mir, finde es heraus, geh joggen.

Also startete ich zu einer Laufrunde über Mittag. Ich lief zuerst von der PostFinance-Arena Richtung Löchligut an die Aare hinunter. Dann alles der Aare entlang bis zur Marzilibrücke, dann via Bärenpark wieder zurück zum Ausgangspunkt. Am Aargauerstalden hatte ich etwas über 11km hinter mir und es ging mir super. So dachte ich mir, lauf  doch gleich die GP Strecke zurück zur PostFinance-Arena. Das ging auch noch problemlos und so bei km 12.5 hab ich erstmals mit dem Gedanken gespielt, dass ich doch jetzt gerade mal 16km laufen könnte. Auch das ging gut, bis km 14, ab da wars ein Kampf. Ein Kampf mit der Strecke (welchen Weg wähle ich jetzt), mit meinem Körper (Krämpfe in den Waden und Schmerzen im Nacken) und natürlich mit meinem besten Freund, dem inneren Schweinehund. Und dank dem, denn den besiege ich immer, hab ich es dann auch geschafft: 16.52 km in 01:44:15

Ziemlich stolz auf mich hab ich mich dann für eine Woche in die Skiferien verabschiedet und freue mich nun auf den Grand Prix von Bern.

Und jetzt?

Nach dem Coaching kam für mich die schwierigste Zeit. Die Sommerferien. Chillen, Grillen, Bierli… …nein, so einfach lass ich mir die neue Fitness nicht nehmen. Also muss ein Plan her. Und der ist ganz einfach. Jeden zweiten Tag wird gejoggt und zwar so viel, damit ich mir die Bierchen auch verdiene. Das hat ziemlich gut funktioniert und so hab ich mich auf dem Campingplatz in Yvonand auf den Emmenlauf vorbereitet, den ich zusammen mit dem Ochsner Running Team laufen wollte. Doch leider konnte ich verletzungsbedingt nicht starten. Ich habe mir wenige Tage vor dem Lauf einen Kapselriss am rechten Zeigefinger zugezogen und die Ärztin hat mir das Joggen für 2 Wochen verboten. MIST!

Alle anderen vom Ochsner Running Team haben den Lauf erfolgreich beendet, super! Kurz nach dem Lauf kam in der WhatsApp-Gruppe des Ochsner Running Teams der Wunsch nach einer neuen Herausforderung. Und was liegt da für einen Berner näher als der Grand Prix von Bern? Eben, nichts. Sogar unser Coaching Team Nicole und Wänger haben sich bereit erklärt uns weiterhin zu unterstützen. Starten sollte die Vorbereitung ab Januar 2016. Ziel war 2-3 Lauftrainings pro Woche. Da ich noch voll in der Eishockeysaison war, habe ich 2 Lauftrainings und 2 Eishockeytrainings in der Woche absolviert. Wenn ich nicht gerade Krank war oder war in den Skiferien 🙂